Das Auftragskarussell - Erleichterung bei Überforderung

0. Vorbereitung:

  • Einen Raum und Zeit (mindestens 1,5 Stunden) nehmen, in denen man ungestört ist.

  • Kissen und/oder Stühle für die Auftraggeber (Es können 10-15 Sitzgelegenheiten notwendig sein.).

1. Auftraggeber finden

Im ersten Schritt benennst du alle Personen, die potenzielle Auftraggeber sind und mit deiner aktuellen Situation zu tun haben. Dies können

a. äußere Personen (Schüler*innen, Kolleg*innen, Eltern, Familie, Freunde …)

b. äußere Institutionen und höhere Autoritäten (Ministerien …)

Bei a. und b. können dies auch Personen sein, mit denen Du nicht im direkten Kontakt stehst.

oder

c. innere Auftraggeber, (schlechtes Gewissen, Perfektionist, die gute Lehrerin ...)

als auch

d. unterstützende Personen (Partner*in, Freund*in ...)

sein. Die Namen der realen Personen und ausgedachte Namen für die inneren Auftraggeber schreibst Du auf und legst sie auf die im Kreis angeordneten Plätze, wie in folgendem Beispiel exemplarisch dargestellt.

2. Aufträge erfahren, Fokussierung auf die Aufträge

In diesem Schritt gehst Du mit allen oder zumindest den wichtigsten Personen in Kontakt und versuchst herauszufinden, was deren Auftrag an dich ist. Dazu setzt Du dich auf die Plätze der Personen und versetzt dich in deren Rolle. Das kann durchaus auch ziemlich intensiv werden. Wie geht es der Person, was fühlt sie und vor allem aber, was möchte sie von dir?

Dabei sind die meisten dieser Aufträge Hypothesen, es sei denn du weißt von einer Person, dass sie dies zu dir als Auftrag übermittelt hat, mündlich oder sogar schriftlich. Versuche jetzt die offensichtlichen und eventuell auch verdeckten Aufträge (solche die nicht sofort erkennbar und benennbar sind) so konkret wie möglich aufzuschreiben und an den Platz den Platz der Person zu legen.

3. Das Karussell

Du setzt Dich in die Mitte des Kreises und liest nach einander oder auch in beliebiger Reihenfolge die von dir gefundenen Aufträge vor und steigerst dabei die Geschwindigkeit. Es ist irgendwann nicht mehr wichtig, jeden Auftrag vollständig zu lesen, sondern darauf zu achten, welche Aufträge oder Schlüsselbegriffe besonders hervortreten, mit diesem Auftrag beginnst du in Schritt 5.

 

 

4. Entscheidungsfreiheit bewahren

NIEMAND KANN DICH ZWINGEN EINEN AUFTRAG ANZUNEHMEN, auch nicht aus dem Grund den Job zu behalten.

Wenn du dir dies wirklich sagst, kann das sehr hilfreich für den nächsten Schritt sein und es trägt dazu bei, dass du nur das an Aufträgen annimmst, was du wirklich annehmen möchtest und bereit bist zu geben.

 

 

5. Aufträge annehmen, modifizieren, ablehnen

Möglicherweise stellt sich bei Dir bei der Fülle der Aufträge ein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit ein und du denkst dir: „Das schaffe ich nie! Wie kann ich das alles unter einen Hut bringen?

Um nun schrittweise vorzugehen, nimmst du deinen Stuhl oder dein Kissen und setzt dich jeder Person in dem Kreis gegenüber. Beginne dort, wo es dich am meisten hinzieht.

Prüfe nun, in dem du ganz bei dir bist, welchen Auftrag du annehmen möchtest, welchen du verändert durchführen willst oder welchen Auftrag du an die Person zurückgibst, also ablehnst. Schreibe modifizierte Aufträge auch auf die Karte und/oder streichen den anderen durch. Abgelehnte Aufträge durchstreichen oder Karte umdrehen. Dabei darfst du durchaus auch laut aussprechen, was du tust: „Den Auftrag nehme ich an.“ oder „Diesen Auftrag nehme ich in dieser Form nicht an, aber ich biete dir das und das an.“

 

6. Standortbestimmung und Umsetzung

Dieser Schritt ist nicht zwangsläufig nötig, weil sich häufig mit der Durchführung des Auftragskarussells, vieles klärt und überschaubarer wird. Am Ende kann man sich die Fragen stellen:

Wo stehe ich jetzt? Was ist noch nötig? Wie sieht die Umsetzung in der Praxis aus?

 

Viel Spaß und gutes Gelingen bei der Arbeit.